Sich selbst zu erkennen ist der Anfang aller Weisheit
~ Aristotle.
Diese zeitlose Wahrheit des berühmten griechischen Philosophen könnte erklären, warum Persönlichkeitstests heute so beliebt sind.
Unter den vielen verfügbaren Ansätzen gehören der Myers-Briggs-Typenindikator (MBTI) und das Enneagramm zu den beliebtesten.
In diesem Artikel erklären wir dir die wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden Modellen. So kannst du entscheiden, welches besser zu dir passt. Außerdem zeigen wir dir, welche MBTI-Typen den einzelnen Enneagramm-Typen und ihren Flügeln entsprechen.
Los geht’s!
1. Definitionen
Was ist das Enneagramm?
Das Enneagramm ist ein altes System, das neun grundlegende Persönlichkeitstypen beschreibt. Jeder Typ hat eine eigene Sicht auf die Welt und eine zentrale Motivation. Ob du dich als erfolgsorientiert, hilfsbereit oder als jemand siehst, der Bestehendes hinterfragt: Das Enneagramm kann dir helfen, dein wahres Selbst besser zu verstehen. Es macht deine Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten sichtbar und unterstützt dich so in deiner persönlichen Entwicklung. Außerdem kann es erklären, warum du in bestimmten Situationen so reagierst, wie du es tust. Dabei zeigt es, dass die grundlegenden Ängste und Wünsche aller Menschen gleichermaßen wichtig sind und ihre Berechtigung haben.
Was ist der MBTI?
Der Myers-Briggs-Typenindikator (MBTI) basiert auf Carl Jungs Theorie der psychologischen Typen und unterscheidet 16 Persönlichkeitstypen. Im Mittelpunkt steht, wie du Informationen aufnimmst und Entscheidungen triffst. Verlässt du dich zum Beispiel auf Fakten oder auf dein Bauchgefühl? Planst du lieber im Voraus oder hältst du dir gern alle Möglichkeiten offen? Der MBTI hilft dir, diese Vorlieben zu verstehen, und macht oft deutlicher, wie du mit deiner Umwelt umgehst. Dafür nutzt er vier Dimensionen: Extraversion (E) vs. Introversion (I), sensorische Wahrnehmung (S) vs. Intuition (N), Denken (T) vs. Fühlen (F) und Urteilen (J) vs. Wahrnehmen (P). Jede dieser Dimensionen bildet ein Spektrum ab. Je nachdem, wo du dich auf den einzelnen Spektren einordnest, ergibt sich einer von sechzehn möglichen Persönlichkeitstypen.
Wozu dienen Persönlichkeitsmodelle?
Sowohl das Enneagramm als auch der MBTI sind Werkzeuge zur Selbsterkenntnis. Sie helfen dir zu verstehen, wer du heute bist und wer du werden kannst. Diese Seiten an dir zu kennen und zu verstehen, ist für deine psychische und spirituelle Entwicklung entscheidend. Es regt dich dazu an, über einfache Zuschreibungen hinauszublicken. So kannst du dich auf den Weg zu tiefgreifender Veränderung machen.
Diese Modelle zeigen dir, warum du anders reagierst als andere und warum manche Aufgaben dich auslaugen, während andere dir Energie geben. Vielleicht bist du introvertiert und sehnst dich nach etwas Ruhe, um neue Kraft zu schöpfen. Oder du bist extrovertiert und blühst im Kontakt mit anderen auf. Persönlichkeitsmodelle helfen dir, deine Erfahrungen anzuerkennen und dich verstanden und gesehen zu fühlen!
2. Die wichtigsten Unterschiede zwischen Enneagramm und MBTI
Stell dir zwei Wege vor, einen Menschen zu verstehen: Der eine betrachtet seine Handlungen, der andere geht seinen Beweggründen auf den Grund. Beim ersten geht es darum, was jemand tut, beim zweiten darum, warum. Darin liegt der wesentliche Unterschied zwischen MBTI und Enneagramm. Jeder Test beleuchtet andere Aspekte unseres Verhaltens und unserer inneren Welt.
Der MBTI erfasst, wie du bevorzugt mit Situationen im Leben umgehst. Er fragt danach, ob du dich auf konkrete Fakten oder deine Intuition verlässt und ob deine Entscheidungen eher auf Logik oder Gefühlen beruhen. Diese Vorlieben ordnet er 16 Persönlichkeitstypen zu.
Das Enneagramm dagegen untersucht die grundlegenden Motive hinter deinen Handlungen, etwa das Bedürfnis nach Sicherheit, Liebe oder Unabhängigkeit. Es geht darum zu verstehen, warum du tust, was du tust, und nicht nur darum, wie du dich nach außen verhältst. Bei der Persönlichkeitsentwicklung betont das Enneagramm eher den Einfluss von Umwelt und Erziehung. Es geht davon aus, dass unsere Typen durch unsere Reaktionen auf frühkindliche Erfahrungen geprägt werden.
Der MBTI beschäftigt sich mit dem „Wie“ deines Umgangs mit der Welt, während das Enneagramm dem „Warum“ deiner Sichtweisen auf den Grund geht. Beide helfen dir, dich selbst besser zu verstehen, setzen dabei aber unterschiedliche Schwerpunkte. Der MBTI geht eher analytisch vor und unterteilt die Persönlichkeit in einzelne Bereiche. Das Enneagramm bietet dagegen einen ganzheitlichen Blick und konzentriert sich auf deine grundlegenden Ängste und Wünsche.
3. Welcher Test ist genauer?
Bei Persönlichkeitstests kommt es auf die Genauigkeit an. Schließlich möchtest du dich in den Ergebnissen wiedererkennen. Wie schneiden das Enneagramm und der MBTI also im Vergleich ab?
Forschungsergebnisse zeigen, dass der MBTI weit verbreitet und wissenschaftlich gestützt ist. Er gilt als bewährtes Instrument, um Sozialverhalten und die Zusammenarbeit im Team zu verstehen.
Das Enneagramm konzentriert sich darauf, was dich antreibt. Es ist zwar möglicherweise weniger gut wissenschaftlich belegt als der MBTI, regt aber wichtige Gespräche über deine grundlegenden Werte an, besonders in der persönlichen Entwicklung und im Talentmanagement.
Welcher Test ist also genauer? Der MBTI ist möglicherweise wissenschaftlich fundierter, doch der Enneagramm-Test bietet wertvolle Einblicke in deine innere Welt. Beide Tests beleuchten unterschiedliche Seiten deiner Persönlichkeit und sind deshalb nützlich. Keines der beiden Systeme ist „besser“ als das andere. Sie erfüllen unterschiedliche Zwecke und lassen sich kombinieren, um dir ein umfassenderes Bild von dir selbst zu geben.
4. Ist der MBTI nützlicher als das Enneagramm?
Schauen wir uns an, wie dir diese Tests im Alltag helfen können. Sowohl das Enneagramm als auch der MBTI bieten Ansätze für bessere Kommunikation und persönliche Entwicklung.
Der MBTI kann dir helfen zu verstehen, wie du Informationen verarbeitest und Entscheidungen triffst. Das kann deine privaten und beruflichen Beziehungen verbessern. So wird etwa verständlicher, warum ein Kollege lieber auf Daten als auf sein Bauchgefühl vertraut oder warum einer Freundin Gefühle wichtiger sind als Logik. Gerade weil der MBTI so einfach ist, kannst du damit schnell und unkompliziert mehr über andere Menschen erfahren!
Das Enneagramm geht dagegen deinen Beweggründen genauer auf den Grund. Es kann deine persönliche Entwicklung stark fördern, indem es dir hilft, deine Ängste und Wünsche zu erkennen und zu hinterfragen. Dieses System ermöglicht ein differenzierteres und flexibleres Verständnis von Persönlichkeit.
Welcher Test dir mehr hilft, hängt also davon ab, wonach du suchst. Der MBTI eignet sich gut, wenn du schnell und unkompliziert verstehen möchtest, wie du und andere Menschen Informationen verarbeiten und Entscheidungen treffen. Das Enneagramm könnte dagegen besser passen, wenn du deine Beweggründe genauer verstehen möchtest und ein umfassenderes Instrument für deine persönliche Entwicklung suchst.
Beide Tests sind praktische Hilfsmittel, die Persönlichkeitsunterschiede verständlicher machen. Ob für die Teamentwicklung oder die Selbstreflexion: Sie können Empathie fördern, die Selbstwahrnehmung stärken und das gegenseitige Verständnis verbessern.
5. So entscheidest du dich zwischen Enneagramm und MBTI
Finde heraus, was zu dir passt
Die Wahl eines Persönlichkeitstests ist eine persönliche Sache, ähnlich wie die Suche nach dem perfekten Paar Schuhe. Entscheidend ist, was du herausfinden möchtest. Diese Fragen helfen dir bei der Orientierung:
- Möchtest du verstehen, was dein Handeln antreibt?
Dann könnte das Enneagramm zu dir passen. Es macht grundlegende Beweggründe und emotionale Muster sichtbar. - Interessiert dich eher, wie du mit der Welt umgehst?
Dann könnte der MBTI spannender für dich sein, denn er zeigt dir deine Vorlieben und Neigungen. - Möchtest du deine Beweggründe und Wünsche genauer verstehen?
Das Enneagramm bietet dir einen tiefen Einblick in dein Inneres. - Bist du neugierig, wie du Informationen verarbeitest und Entscheidungen triffst?
Der MBTI hilft dir, deine Denkprozesse und deine Art, Entscheidungen zu treffen, besser zu verstehen. - Suchst du ein schnelles, unkompliziertes Hilfsmittel, um Menschen besser kennenzulernen?
Der MBTI ist leicht verständlich und einfach anzuwenden. Das macht ihn besonders hilfreich für die Teamentwicklung und Kommunikation. - Möchtest du Persönlichkeit differenzierter und flexibler betrachten?
Das Enneagramm zeigt, wie Merkmale verschiedener Persönlichkeitstypen sich gegenseitig beeinflussen können. So erhältst du ein umfassendes Bild deiner Persönlichkeit.
Kombiniere beide für ein vollständiges Bild
Warum also nur einen Test wählen, wenn dir beide zusammen ein vollständigeres Bild geben können? Saleh Vallander, ein Experte für beide Systeme, ist überzeugt, dass sie einander ergänzen, weil sie unterschiedliche Seiten unseres Wesens beleuchten.
Das Enneagramm spricht unseren emotionalen Kern an, während der MBTI unsere Denkprozesse erfasst. Zusammen zeichnen sie deshalb ein facettenreiches Bild unserer Persönlichkeit, das Instinkte und logisches Denken gleichermaßen berücksichtigt. Dieser doppelte Blick hilft besonders Menschen, die in keine Schublade passen, und ermöglicht eine ausgewogene Sicht.
Stehst du vor einer Herausforderung im Job? Der MBTI kann dir zeigen, wie du deine Stärken einsetzt, während das Enneagramm Ängste aufdecken kann, die dich zurückhalten. Gemeinsam ergeben sie ein umfassendes Bild von dir: Sie verbinden Gefühle mit Denkmustern und helfen dir so, dich selbst gründlich kennenzulernen!
6. Zusammenhänge zwischen MBTI und Enneagramm-Typen
Um das Enneagramm und den MBTI zu vergleichen, wurden mehrere Umfragen und Studien anhand von Testergebnissen durchgeführt. Sie sollten zeigen, ob es Zusammenhänge zwischen den Systemen gibt und wie häufig die jeweiligen Typen des einen Systems unter den Typen des anderen vorkommen.
Dieser Tabelle zufolge hängt beispielsweise der ESFP-Typ eng mit dem Enneagramm-Typ 7 (der Enthusiast) zusammen, insbesondere mit Typ 7 mit Flügel 6 (7w6, auch als Unterhalter bekannt). Beide Typen sind energiegeladen, lieben neue Erfahrungen und blühen in Gesellschaft auf. Spaß und Abwechslung sind ihnen wichtig.
Ebenso wird der ENFJ-Typ mit Enneagramm-Typ 3 mit Flügel 2 (3w2, der Charmeur) in Verbindung gebracht. Beide zeichnen sich durch natürliche Ausstrahlung und das Streben nach persönlichem Erfolg aus, verbunden mit dem starken Wunsch, anderen zu helfen.
Ebenso wird der ESFJ-Typ mit Flügel 1 des Enneagramm-Typs 2 (2w1, der Diener) in Verbindung gebracht. Dieser verbindet die fürsorglichen Eigenschaften von Enneagramm-Typ 2 mit dem Verantwortungsbewusstsein und Perfektionismus von Enneagramm-Typ 1. Daraus entsteht eine Persönlichkeit, die sehr einfühlsam ist und sich zugleich an klaren moralischen Werten orientiert. Sie möchte anderen auf praktische, organisierte und ethisch verantwortungsvolle Weise helfen und blüht in einem unterstützenden sozialen Umfeld auf.
Diese Muster zeigen, wo sich die beiden Systeme überschneiden, und helfen dabei, die Dynamik der Persönlichkeit besser zu verstehen.
Dich selbst besser zu verstehen, ist ein wichtiger Teil deiner persönlichen Entwicklung. Persönlichkeitstests bieten dir dafür besondere Einblicke. Wenn du die Erkenntnisse aus beiden Tests kombinierst, kannst du ein umfassenderes und facettenreicheres Bild deiner Persönlichkeit gewinnen. Das hilft dir, mit mehr Bewusstsein und Einfühlungsvermögen durchs Leben zu gehen.